Rückblick: Benefizkonzert am 26.10.2014

Foto: Kurt Efinger

Jugendorchester spielt mitreißend und kraftvoll

Besser kann ein Einstand nicht ausfallen. Franco Hänle, der neue Dirigent des Kreisverbandsjugendblasorchesters Ulm/Alb-Donau, riss im Benefizkonzert Musiker und Publikum gleichermaßen mit.

"Der saugt uns förmlich an", beschrieb eine Musikerin den neuen Dirigenten Franco Hänle, der beim Benefizkonzert mit dem Kreisverbandsjugendblasorchester in der Lindenhalle sein Dirigentendebüt mit dem jugendlichen Orchester gab. Wie berichtet, hatten sich 22 Dirigenten um die Nachfolger des scheidenden Dirigenten Josef Christ beworben, acht kamen in die engere Wahl und durften mit dem Orchester Probedirigieren. Schon bei dieser ersten Vorstellung muss der Funke übergesprungen sein. "Meine Jungs schwärmen nur noch von Franco Hänle", sagte etwa die Frankenhofener Chorleiterin Angela Frasch-Schmid. "Musiker, die wir zunächst als Aushilfe angefragt hatten, wollen jetzt unbedingt dabei bleiben", ergänzte die Musikerin Sara Frank. Von 54 Aktiven ist das Orchester jetzt auf mehr als 70 Musiker angewachsen, die unter ihrem neuen Dirigenten kraftvoll und beinahe enthusiastisch spielten. Das merkten auch die Zuhörer, die sich in der Pause ihre Begeisterung gegenseitig mitteilten.

Das Benefizkonzert zugunsten der Stiftung Blasmusik-Jugend Ulm/Alb-Donau begann mit Johan de Meijs Sinfonie Nr. 1 "Der Herr der Ringe", aus der das Orchester den ersten und den fünften Satz spielte. Rund 650 Zuhörern hörten die viel gespielte Sinfonie so nuanciert und gleichzeitig energisch wie selten zuvor. In der Lindenhalle breitete sich ein ungeheures Volumen aus, das zweifelsohne Hänle zuzuschreiben war, der das Orchester in vier Probentagen zu diesem Klang gebracht hatte. Im ersten Satz war die Stimmung noch mysteriös. Der Titelheld Gandalf "ist ein nobler Mann", kündigte Ann-Katrin Maikler als Moderatorin diesen Auftakt an. Man spürte aber, dass dieser noble Mann jede Menge Power hat, die er einzusetzen gedenkt. Hänle, der auch die Ulmer Stadtkapelle leitet, dirigierte mit großem Körpereinsatz, entschlossen und jedes Stück des Abends auswendig. Das sonst übliche Blättern in der Partitur entfällt bei diesem Dirigenten, und er hat deshalb seine Musiker stets im Blick.

Im fünften Satz mit dem Titel "Hobbits", einer Schar kleinwüchsiger Gesellen, spielten vor allem die Klarinetten das Tänzerische und Agile der Komposition fein heraus. Fließend und geschmeidig dirigierte Hänle auch "Machu Picchu", die Legende über die letzte erhaltene Inkastadt. Man hörte eine Welt voll Einklang mit der Natur, aber auch die Bedrohung und "das Auferstehungsfest im Himmel", kündigte die Moderatorin das Geschehen an. Die alarmierenden Fanfarenstöße erschütterten das Publikum genauso wie die plötzliche Stille nach dem Untergang.

Franco Hänle trieb sein Orchester mit vorgerecktem Kinn und geballter Faust zur Höchstleistung an. Eine ganz andere Stimmung verbreitete sich bei dem Medley mit Melodien aus Charlie-Chaplin-Filmen. Man sah, dass dem Orchester auch das Komödiantische lag. Leichtfüßig tänzelnd nahmen die Musiker die Titelmelodien auf, jede einzelne deutlich gegeneinander abgesetzt.

Nach der Pause zollte der Sprecher des Bundespolizeiorchesters München, das den zweiten Konzertteil bestritt, den jungen Musikern zunächst seinen Respekt und seine Anerkennung. Dabei bediente er sich eines Bildes. "Die Arche Noah wurde von Amateuren gebaut", meinte er, "und die Titanic von Profis". Man musste sich an den veränderten Sound, den die 46 Berufsmusiker darboten, zunächst gewöhnen. Unter der Leitung von Stefan Weber spielte das Berufsorchester die getragene Ouvertüre zu Giuseppe Verdis Oper Nabucco. Dann folgte das an Richard Strauss Alpensymphonie angelehnte "Poema alpestre op. 21a" von Franco Cesarini, bei dem die Musiker die sieben Sätze hintereinander durchspielten. Der eher elegischen Komposition folgte Friedrich Smetanas turbulenter "Tanz der Komödianten" aus der Oper "Die verkaufte Braut".

Die Spendentuba, die im Foyer der Lindenhalle aufgestellt war, dürfte sich nach diesem Konzert vor allem Dank der Leistung der Amateure kräftig gefüllt haben.

CHRISTINA KIRSCH | 28.10.2014      ************ Im folgendend finden Sie weitere Links zu Zeitungsartikeln

 

 

Franco Hänle passt bestens zum KVJBO

Kreisverbands-Jugendblasorchester und Bundespolizeiorchester imponieren in Ehingen

Zum zweiten Mal nach drei Jahren haben das Jugendblasorchester des Kreisverbands Ulm/Alb-Donau und das Bundespolizeiorchester München in Ehingen ein gemeinsames Konzert gegeben. Alle 650 verfügbaren Stühle der Lindenhalle waren am Sonntagabend besetzt. Mit Stehplatz vorlieb nehmen mussten etliche nicht gerade auf der Bühne beschäftigte Akteure.

46 Berufsmusiker mit abgeschlossenem Studium, darunter der Emerkinger Klarinettist Matthias Frankenhauser, gehören dem Bundespolizeiorchester an. Um 20 auf 75 Musiker aufgestockt hat Franco Hänle, der neue Dirigent des KVJBO, seine hochbegabten jungen Instrumentalisten aus etlichen Vereinen des Verbands bestehende Formation.

„Die Arche Noah wurde von Amateuren erbaut, die Titanic von Profis“, verglich Christian Lombardi, Moderator und stellvertretender Leiter des BPO, wie vor drei Jahren scherzhaft das Jugendblasorchester mit der professionellen Formation aus München. In diesem Fall ging die Titanic allerdings nicht unter, sondern umschiffte wie immer souverän alle Hindernisse. Schließlich ist Kapellmeister Stefan Weber ein erfahrener Kapitän, der jederzeit hellwach Kurs hält und sich auf seine Crew verlassen kann. Aber auch die von Josef Christ in zehn Jahren sturmfest gezimmerte „Arche“ KVJBO brachte unter ihrem neuen Dirigenten Franco Hänle ihre Fracht sicher ans Ziel.

Dass Kreisverbands-Jugendblasorchester und Kreisverbands-Vorstand mit der Wahl von Franco Hänle absolut richtig lagen, zeigte sich gleich zu Beginn des Konzerts, als der neue Orchesterchef bei zwei Sätzen aus der Sinfonie Nr. 1 „Herr der Ringe“ von Johan de Meij seine Musiker zu Höchstleistungen herausforderte. Nach dem Motto „Der Dirigent soll die Partitur im Kopf haben und nicht den Kopf in der Partitur“ dirigierte er auswendig. Ein Hörgenuss der Spitzenklasse waren auch Machu Picchu und Charles Chaplin.

Das BPO überraschte mit Transparenz und Klangfülle bei Kompositionen wie Verdis Nabucco-Ouvertüre und Franco Cesarinis „Poema alpestre“. Mit duftiger Leichtigkeit meisterte das Orchester den spieltechnisch höchst anspruchsvollen Tanz der Komödianten aus „Die verkaufte Braut“ von Bedrich Smetana und verabschiedete sich nach zwei stürmisch erklatschten Zugaben.

 Kurt Efinger

 

 

Benefizkonzert - Sternstunden der Blasmusik mit zwei Auswahlorchestern in der Dettinger Schillerhalle

150 Jugendliche auf der Bühne

VON MARA SANDER

DETTINGEN. Das Phänomen, dass Musikvereine keine Nachwuchssorgen haben, weil mehr als die Hälfte aller 6 800 aktiven Blasmusiker im Ländle Jugendliche sind, machten zwei Auswahlorchester am Samstag in der Schillerhalle deutlich. Das vom Lions Club Dettingen zugunsten der Dettinger Grundschulen organisierte Konzert mit dem Verbandsjugendorchester Neckar/Alb und dem Kreisverbandsjugendorchester Ulm/Alb-Donau ließ erleben, was zahlen nur nüchtern ausdrücken: Das dreistündige Konzert wurde zu einer Sternstunde sinfonischer Blasmusik auf höchstem Niveau.

Hervorragend ausgebildete Jugendliche sind mit großer Spielfreude und Können bei der Sache. Natürlich spielen nur die Besten aus den jeweiligen Musikvereinen in den beiden Auswahlorchestern, dem Verbandsjugendorchester Neckar Alb, auch »VJBO« genannt, unter Leitung von Musikdirektor Arno Hermann und im Kreisverbandsjugendorchester Ulm/Alb-Donau unter Leitung von Franco Hänle. Blasmusik ist Teamarbeit, und ein Einzelner guter Musiker kann nur in einem guten Orchester noch besser werden und würde sich in einem Verein, der nur Mittelmaß ist, kaum weiterentwickeln können.

Musikalische Erzählkunst

Was die 150 jungen Blasmusiker beider Orchester boten, war gleichzeitig ein Kompliment für ihre Stammvereine, darunter neben den Stadtkapellen Rottenburg und Metzingen auch die Ermstalmusikanten, die Musikvereine aus Sondelfingen, Walddorfhäslach, Rietheim und Zainingen.

Gab es schon viel Beifall für das »VJBO« Neckar-Alb mit der Symphony Nr. 1 aus »Herr der Ringe«, so übertrafen die Musiker aus Ulm und dem Alb-Donau Kreis diese Höchstleistung noch mit ihrer musikalischen Erzählkunst und bekamen noch mehr und längeren Beifall für eine fehlerlose Leistung und mitreißendem Spiel.

Feuerwerk in Noten

Das Konzert wurde zum musikalischen Feuerwerk, was zwar ein oft genutzter Begriff ist, der in dem Fall aber kaum treffender die Leistung der jungen Musiker beschreibt.

Wahre Funken sprühten in das Publikum und ließen miterleben, was sich in Noten abspielt. Zum Schluss schien Charlie Chaplin auf der Bühne nahezu sichtbar zu sein, nachdem schon der »Superman March« die Zuhörer in den Bann gezogen hatte.

Der Kampf der Inka um ihr Reich und die Entdeckung der versunkenen Stadt Macchu Pichu, war so faszinierend wie bereits beim Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Metzingen unter Leitung von Bruno Seitz. Damit ist gleichzeitig gesagt, dass mit Franco Hänle ein leuchtender Stern am Dirigentenhimmel steht.

Erlös für die Grundschulen

Schade nur, dass Landesmusikdirektor Bruno Seitz, ihn nicht erleben konnte, weil er mit seiner Stadtkapelle beim Kelternfest in Metzingen im Einsatz war. Seitz wäre garantiert begeistert von dem jungen Dirigenten, der die Musiker frei, ohne Noten, zu Höchstleistungen führt.

Neben solchen Glanzleistungen der beiden Auswahlorchesters gab es auch ein glänzendes Ergebnis in Form von mindestens 5 000 Euro als Erlös für die beiden Dettinger Grundschulen. (GEA)

 

 

 


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