Rückblick Benefizkonzert des KVJBO am 03.04.2016 nach Romreise

                                                                                                                                                      von Kurt Efinger
Kaum von einer erlebnisreichen Reise nach Rom zurück, hat das Kreisverbands-Jugendblasorchester Ulm/Alb-Donau am Sonntag in der Ehinger Lindenhalle vor rund 650 Zuhörern ein Konzert der Extraklasse abgeliefert. Dabei imponierten besonders Werke der italienischen Komponisten Amilcare Ponchielli und Giuseppe Verdi.

Auf dem Programm standen die Höhepunkte des vergangenen Mittwoch in der römischen Basilica di Sant'Eustachio vor internationalem Publikum gegebenen Konzerts. Dessen Einnahme war für die von Don Pietro Sigurani, dem Pfarrer der Kirche, organisierte Armenspeisung bestimmt. 130 Obdachlose und andere in totaler Armut lebende Menschen bekommen im Kirchenraum ganzjährig jeden Tag kostenlos ein Mittagessen.

Passend zu der um 1700 im Zeitgeschmack rekonstruierten Kirche hatte Maestro Franco Hänle an den Beginn des Programms die „Canzon septimi toni No. 1“ von Giovanni Gabrieli, eines Meisters der venezianischen Cori-spezzati-Technik, gesetzt. Auch in der Lindenhalle kam der strahlende Klang der in zwei gleichen Gruppen links und rechts auf der Bühne aufgestellten acht Blechbläser sehr gut zur Geltung.

Ein weiteres Beispiel anspruchsvoller Musik in kleiner Besetzung brachte ein Teil des Orchesters mit dem von Richard Strauss im Alter von 17 Jahren komponierten Stimmungsbild „Auf einem stillen Waldespfad“ im Bläserarrangement von William Ryden. 13 Bläser intonierten das gefühlvolle Charakterstück.

Den ganzen Bühnenraum in Anspruch nahmen die rund 85 Jungmusiker erst bei der auf Themen der Oper „Benvenuto Cellini“ basierenden Ouvertüre „Le Carnaval Romain“ von Hector Berlioz ein. In der Transkription von Tohru Takahashi entfaltete sich in dynamischen Verdichtungen und Klangausbrüchen die effektvolle Orchestrierungskunst des 19. Jahrhunderts.

Musik von Carl Maria von Weber vernahm man in der von Richard Wagner 1844 anlässlich der Überführung von Webers sterblichen Überresten von London nach Dresden geschriebenen „Trauermusik“. Originale Blasmusik ertönte in der nach Art einer Ouvertüre konzipierten „Sinfonia per Banda“ von Amilcare Ponchielli. Bei der Papstaudienz sollte das KVJBO die „Marcia pontificale“ von Charles Gounod nicht spielen, tat es dafür in Ehingen vor der Pause als erste Zugabe. Danach ging es mit dem neapolitanischen Volkslied „Funiculi funicola“ fröhlich weiter.

Nach der imposanten Filmmusik zu „Ben Hur“ von Miklos Rosza krönte das KVJBO sein Konzert mit dem großen Finale des zweiten Akts von Giuseppe Verdis Oper „Aida“ in der Bearbeitung von Franco Cesarini. Jubelndem Applaus nach dem Triumphmarsch folgten als Zugaben der Marsch „La Corona d’Italia“ von Gioacchino Rossini und Bachs Kantatenchoral „Wachet auf“.

Als „Benefizkonzert für Afrika“ trug die Veranstaltung zur Finanzierung eines Berufsausbildungszentrums in Ghana durch den Verein „wegive“ bei. Dessen Mitbegründer und Vorsitzender Karl Glöckler, bis 2015 Vorsitzender des Blasmusik-Kreisverbands Ulm/Alb-Donau, hat auch die Romreise des KVJBO organisiert und bekam von diesem am Ende des Konzerts eine italienische Flagge mit den Unterschriften aller Orchestermitglieder überreicht.


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