Bundespolizeiorchester München & KVJBO musizierten in Bestform am 28.10.2017 beim Benefizkonzert

sz.ef + sp.em.

Blasmusik ist oft im Spiel, wenn die Ehinger Lindenhalle bis ins Foyer hinaus gesteckt voll besetzt ist. So war es wieder einmal am Samstag beim gemeinsamen Konzert des Kreisverbands-Jugendblasorchesters Ulm/Alb-Donau und des Bundespolizeiorchesters München.

Sinfonischer Blasorchesterklang auf höchstem Niveau hinterließ bei rund 700 begeisterten Zuhörern einen nachhaltigen Eindruck. Beide Orchester ernteten für die perfekte Wiedergabe eines spieltechnisch höchst anspruchsvollen Programms tosenden Applaus.

Blasmusik-Kreisverbandsvorsitzender Matthias Dolpp erinnerte bei der Begrüßung an den Erfolg des KVJBO beim diesjährigen World Music Contest in Kerkrade/NL. Als bestes deutsches Jugendorchester wurde die Kreisverbandselite dabei eingestuft. „Besonders freut es mich, viele Jugendliche im Publikum zu sehen“, würdigte Dolpp die Tatsache, dass Blasmusik junge Leute fasziniert – sowohl auf als vor der Bühne.

„Les Chasseresses“ aus dem Ballett Sylvia von Léo Delibes hatte Franco Hänle für seine 70 Musiker selbst arrangiert. Die elegante Musik betörte das Publikum, wie sie es schon Tschaikowsky getan hatte. Mit höchster Konzentration und effektvoll musizierte das Eliteorchester den ersten, zweiten, vierten und sechsten Satz aus Percy Aldridge GraingersMeisterwerk „Lincolnshire Posy“. Festliche Harmonie durchströmte die Jupiterhymne aus dem vierten Satz der Suite The Planets von Gustav Holst. Einen klangprächtigen Höhepunkt des Konzerts stellte die von Johan de Meij bearbeitete Filmmusik „Star Wars Saga“ von John Williams dar. Mit skandierendem Applaus forderte das Publikum nach Themen aus Hans Zimmers „Fluch der Karibik“ eine Zugabe und bekam den von acht Musikerinnen auf Piccoloflöten eingeleiteten Marsch „Unter dem Sternenbanner“ von John Philip Sousa zu hören. Als zweite Zugabe sang das ganze Orchester auf Englisch eines der von Grainger in Lincolnshire Posy verarbeiteten Volkslieder.

Mit strahlenden Trompeten eröffnete das mit Berufsmusikern besetzte und seit einem Monat von Jos Zegers dirigierte Bundespolizeiorchester am Beginn seiner durchgängig auf professionellem Niveau gespielten Vortragsfolge Schostakowitschs Festouvertüre. Mit dabei war der seit acht Jahren im BPO spielende Klarinettist Matthias Frankenhauser, Sohn des früheren Emerkinger Musikvereinsdirigenten Franz Frankenhauser. Harmonischer Wohlklang leitete in „Sleep“ von Eric Whitacre zu Aaron Coplands vielfach von dissonanten Klängen geprägter Sinfonik in der Ballettmusik zu „Billy the Kid“ über. Percy AldridgeGraingers „Molly on the Shore“ über zwei irische Volkstänze bildete den Durchgang zum „Concert for Clarinet“ von Artie Shaw. Als Solist bestach Martin Holder mit unübertrefflicher Bravour und präsentierte in der Solokadenz die Hohe Schule des Klarinettenspiels. Am Ende gab das Spitzenorchester drei Nummern aus Leonard Bernsteins Musical „On the Town“, erntete stürmischen Applaus und bedankte sich mit den Zugaben „Conga del Fuego“ von Arturo Márquez und „Symphonic Marches“ von John Williams.  (sz ehingen K.Effinger)

Der voll besetzte große Saal der Ehinger Lindenhalle wiesen am Samstagabend auf ein besonderes  Glanzlicht hin, ebenso der herzliche Beifall als Vorschusslorbeeren vor Beginn des Konzerts der beiden Orchester.
Matthias Dolpp als Vorsitzender des Kreisblasmusikverbands Ulm/Alb-Donau schwärmte: „Diesen wunderschönen Musikabend werden wir garantiert nicht vergessen.“ Das Bundespolizeiorchester München genieße bundesweit den besten Namen. Und das Kreisverbandsjugendblasorchester (KVJBO) mit seinem Top-Dirigenten Franco Hänle habe beim World Music Contest in Kerkrade (Niederlande) als bestes Orchester Deutschlands in seiner Kategorie geglänzt und habe weltweit mit Platz sieben abgeschnitten. Matthias Dolpp griff den Benefizcharakter heraus, wonach kein Eintritt verlangt wurde, aber etwaige Spenden zur Förderung der Jugendarbeit verwendet werden. Aus der „Stiftung Blasmusik“ würden die Sommerlehrgänge unterstützt und Bildungsgutscheine vergeben.
Dann war es soweit:
 Die 75 jungen Instrumentalisten des KVJBO leiteten perfekt mit der festlichen Suite „Les Chasseresses“ ein. Anschließend fesselten sie mit der grandios verarbeiteten „Lincolnshore Posy“, einem viersätzigen Werk aus englischen Volksliedern, das mit einem fröhlichen Seemannslied, der Dramatik nach dem Mord auf einer Farm, der Freude eines Seemanns, der seine Liebste wieder sieht, und einem jungen Mannes, der seine Holde sucht, einen Strudel an Emotionen freisetzte.
Betörende Klangfarben
Es war ein Erlebnis für die Zuhörer, sich der „Jupiter Hymn“ mit ihrer prachtvollen Instrumentierung und den betörenden Klangfarben ganz zu öffnen und die Vibrationen unter die Haut gehen zu lassen. Mitreißend realistisch, als wäre man mitten im intergalaktischen Geschehen, präsentierte das Auswahlorchester die legendäre Filmmusik zur „Star Wars Saga“.
Mit geschlossenen Augen konnte man direkt in die spektakuläre Handlung der berühmten Kinofilme „Krieg der Sterne“ eintauchen. Dirigent Franco Hänle und die jungen Instrumentalisten schienen musikalisch fest miteinander verbunden. Nach dem Schlussakkord bebte der Saal und das Publikum jubelte.
Hartnäckig geforderte Zugaben
Ohne Zweifel hatte das KVJBO weltmeisterliches Können bewiesen. Kaum zu halten waren die Zuhörer nach dem mitreißend intonierten Soundtrack zum Kinohit „Fluch der Karibik“, bei dem die Musiker die Abenteuer des Captain Jack Sparrow derart mit extravaganten Klangeffekten spickten, dass einem vor Spannung fast die Luft wegblieb. Mit dem Militärmarsch „The Stars and Stripes Forever“ sowie mit einer gesungenen Passage aus „Loncolnshire Posy“ erfüllte das KVJBO die nach anhaltendem Beifall hartnäckig geforderten Zugaben.
Ebenbürtig in Elan, Präzision, Musikalität und Kreativität präsentierte sich nach der Pause das Bundespolizeiorchester aus München – die 45 musikalischen Botschafter der Polizei. Der musikalische Leiter Jos Zegers spornte das Orchester zu Höchstleistungen an. Schon die „Festive Overture“ ließ erahnen, welch herrlicher Höhrgenuss noch wartete. Die Zuhörer schienen ganz und gar vom Zauber der atemberaubenden Musik gefangen, sichtlich angetan von der präzisen, homogenen Intonation des Ensembles, was insbesondere bei dem faszinierenden achtstimmigen Choral „Sleep“ zum Ausdruck kam.
Mit dem packenden Epos des Revolverhelden „Billy the Kid“ und einer klangtechnisch herausragenden Volkslieder-Komposition rissen die Polizeimusiker das Publikum zu Beifallsstürmen hin – nur noch getoppt durch das kraftvolle „Concerto for Clarinet“ mit Bigband-Sound, bei dem Martin Holder die Zuhörer mit seinem meisterlichen Klarinetten-Solo in den Bann zog. Er konnte über vier Oktaven hinweg spielen ohne Atem zu holen. Nach Leonhard Bernsteins Musical-Klassiker „On the Town“ sowie dem feurigen „Conga Del Fuego“ und den „Sinfonischen Märschen“ war das Publikum nicht mehr zu halten. Der Beifall schien keine Ende zu nehmen.  (sp M.Emmenlauer)

 


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